Meine ganz persönliche Erfahrung mit dem Thema Sterbebegleitung & Trauerbewältigung

Keiner redet über den Tod, dabei ist er allgegenwärtig. Aber wie geht man eigentlich mit einem Freund um der eine nahstehende Person verloren hat?

Diese Woche haben mich gleich drei Nachrichten sehr traurig und nachdenklich gestimmt. Sofort schießen wieder alte Erinnerungen in meinen Kopf. Ein Meer aus Tränen und ein Berg von Emotionen zwingt mich in die Knie. Überrascht mich. Mein Herz ist gebrochen. Auch heute noch. Fast ein Jahr her.

Ich habe letztes Jahr einen geliebten Menschen verloren. Meine Oma Gitta. Es war absehbar. Die lange Sterbebegleitung eher weniger. Es war ein Kampf, ein Marathon den wir zusammen gemeistert haben. Mein Mann stetig stärkend, behutsam und unterstützend an unserer Seite.


Aber nun zum eigentlichen Thema.

Ohne jemanden zu nahe zu treten: ich habe mich sehr einsam gefühlt währenddessen und auch den restlichen Sommer über. Ein paar WhatsApp hier, ein paar „meld dich wenn du was brauchst“ da. Rückblickend zähle ich genau eine Beileidskarten, einen Besuch und bis auf ein, zwei Ausnahmen, kaum Anrufe.

Also nochmal zum mitschreiben: kaum einer meiner Bekannten und Verwandten konnte mit meiner Trauer umgehen. Wusste man nicht, was man sagen soll? Hat man selbst noch nie in so einer Situation gesteckt?

Fakt ist, wir Deutschen haben keine nennenswerte Trauertradition. In anderen Ländern rückt man als Familie stark zusammen, gibt sich halt, feiert und trauert zusammen. Jede Kultur ist anders. Verarbeitet anders. Nur eben in meinem Umfeld nicht. Dieser Text ist kein Vorwurf. Lediglich eine Reflexion und ein kleiner Leitfaden für Menschen die Tipps suchen. Egal ob trauernd oder tröstend.


Ich habe das Thema Tod immer sehr gemieden. Für mich gab es das nicht. Sterben? Nicht mit mir.
Mit dem Sterbeprozess und mit dem was danach kommen könnte habe ich mich erst seit dem letzten Sommer intensiver beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, dass über den Umgang mit Trauernden kaum etwas zu finden ist.

Ihr kennt euch und Eure Lieblingsmenschen am besten. Introvertiert oder extrovertiert? Spricht über Gefühle oder eher weniger?
Fakt ist, jeder freut sich wenn Anteilnahme ausgesprochen wird. Über liebe Worte nach alter Tradition: eine Karte. Auch über eine WhatsApp oder Insta-Message. Über eine konkrete Nachfrage, wann & ob man vorbei kommen kann. Über Anrufe. Keine endlosen Floskeln „Meld-dich-wenn-was-ist“ Nachrichten. Ernst gemeinte Angebote und Worte helfen viel mehr.

Natürlich ist jeder Mensch anders. Viele möchten keine Worte verlieren über den Verlust. Möchten für sich sein. Jeder trauert anders. Aber ich bin mir sicher, dass man mit etwas Empathie, Zuhören und Aufmerksamkeit den Trauernden Kraft schenken kann und so den Trauerprozess erheblich unterstützt. Denn nichts macht das Leben leichter als Menschen die einem Liebe schenken.

 

Ich hoffe dieser Beitrag hat euch etwas geholfen… Lasst mich gerne mal wissen, wie ihr mit dem Thema umgeht, oder ob ihr andere Erfahrungen gemacht habt.

 

Eure Amy

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